#23 – Sneaker Flatrate

#23 – Sneaker Flatrate

#22 – Winter Survivals Pack!

#22 – Winter Survivals Pack!

#21 – Nordsurfer

#21 – Nordsurfer

Was esst ihr eigentlich an Weihnachten?

Was esst ihr eigentlich an Weihnachten?

Valentinstag: 1000 rote Rosen für dich und das Gewissen

BEHIND THE SCENES

Die Füchse unter euch haben sicher schon eins und eins und 1000 zusammengezählt und kapiert, dass es hier nicht um Floristik geht – zumindest nicht direkt. Das für den Februar typische Thema mit dem wir euch heute quälen ist natürlich „Valentinstag“.

IMG_2029_neu_neu

Jetzt bloß keine Panik, wir wollen euch keine Sonnenbrillen mit Rosatönung andrehen, sondern mal Tacheles reden. Schon vor einigen Wochen löste der 14. Februar bei uns in der Redaktion immer mal wieder kleinere Kaffeekränzchen aus. Uneinig über Ursprung, Relevanz und angemessene Reaktion wurden dem kommerzialisierten Lieblingstag der Dorfjugend vor allem die Attribute „nervig“, „überholt“ und „kitschig“ zugeschrieben. Gerade weil es uns so viel Diskussionsstoff bot, dachten wir uns, wir rollen den roten Valentinsteppich auch hier mal aus.

Da vom nervlichen Belastungsgrad ähnlich wie der Matheunterricht bei Professor Dr. Haudegen in der 7. Klasse, gehen wir das ganze Drama wie eine komplexe Formel an. Um unser X zu finden, in diesem Fall die Antwort auf die Romantik Frage, müssen wir uns zunächst einmal näher mit der Grundformel befassen.

Wikipedia liefert uns dafür einen riesigen Misthaufen an Input, bei dem ein Mensch mit schwachem bis mittelfristigem Konzentrationsvermögen bereits bei Zeile 3 abschaltet. Wir beschränken uns deshalb auf die 3 spannendsten Informationen zum Ursprung des Valentinstags:

Nummer 1)
Am Schlamassel mit den Blumen ist Juno Schuld. Nicht die schwangere Teeniegöre, sondern die römische Göttin. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckte sich von Geburt, über Ehe bis zur Fürsorge und als Dank für ihre gute Arbeit machte man den 14. Februar zu ihrem Ehrentag und erbrachte ihr ein Blumenopfer. Heutzutage muss man keine Göttin mehr sein, um an diesem Tag geehrt zu werden. Denn als Überbleibsel der mythologischen Tradition „opfern“ nun romantische Männer ihren Frauen prächtige Blumensträuße.

Nummer 2)
Bei den Briten und Franzosen liegt die Liebe am Valentinstag in der Luft – sie glauben unter anderem, dass Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Das erklärt auch die Sache mit den Turteltäubchen…

Nummer 3)
Offensichtlich hat auch eine gewisse Person namens Valentin einen Teil zu dem Liebesspektakel beigetragen. Der Heilige Valentin, Bischhof von Terni, war im dritten Jahrhundert als Meisterkuppler unterwegs und traute, ganz im Geheimen, verliebte Paare gegen den Willen des Staates. Im Gegensatz zu den frisch Verheirateten brachte ihm das Ganze weniger Glück. Für seine Tätigkeit als Kämpfer der Liebe und seinen christlichen Glauben verlor Valentin am 14. Februar 269, auf Wunsch von cold-hearted Kaiser Claudius II, seinen Kopf.

Man könnte nun noch ewig weiter schwadronieren, denn Internet, Romantikerarchiv und Allgemeinheit halten noch weitere Geschichten, Überlieferungen und Traditionen zum Ursprung des Valentinstags bereit. Einig über das ausschlaggebende Entstehungsereignis ist sich aber niemand. Deshalb geben wir uns an dieser Stelle mit unserem Wissen zufrieden und widmen uns wieder unserer Formel.

„Awww Schatz!“

Da die Grundformel steht, ist nun der nächste Schritt, das Ausklammern an der Reihe. In diesem Zuge zwirbeln wir die Formel auf und betrachten die einzelnen Bestandteile des romantischsten Tages des Jahres. Im heutigen Kontext ist der Valentinstag meistens nur eine gefühlsduselige Zurschaustellung von Großzügigkeit, nicht in Form von Zuneigung, sondern in Form von Herzen. Ob Herzen aus Schokolade, aus Gold, aus Teelichtern oder Herzen aus Rosenblättern – der „Kreativität“ sind hier keine Grenzen gesetzt, solange die Form stimmt.

FullSizeRender

Darüber hinaus gibt es für Männlein und Weiblein eine Art lang bewährten Regelkatalog, der einst von demselben Kleinstadtkomitee initiiert wurde, welches auch die maximal tolerierte Höhe der Nachbarshecken festgelegt hat. Diesen Regeln zufolge sollte der Mann also möglichst prunkvolle Blumengeschenke und Restaurantreservierungen parat haben und pünktlich zum 14. Februar, am besten als Überraschung, aus dem Hut zaubern. Die Dame hat darauf dann mit feuchten Augen, überschwänglichem Handgewedel und einem „Aww Schatz!“ zu reagieren, um den Abend voller längst vergessener Emotionen angemessen einzuläuten.

„Und eigentlich mag man auch Disteln viel lieber als Rosen.“

Klingt zwar wie in einem schlechten Film, aber wenn wir mal ehrlich sind, spielen die meisten von uns an diesem Tag tatsächlich nur Theater. Man zwingt sich aus dem Haus, um in einem viel zu schicken Restaurant ein Glas Wein zu schlürfen, während unter dem Tisch samt bügelglatter, weißer Tischdecke sogar der linke Fuß vor Langeweile einschläft. Und eigentlich mag man auch Disteln viel lieber als Rosen.

Der eigentliche Gedanke geht bei all der falschen Freude leider häufig verloren. Denn ist der Valentinstag nicht eigentlich eine Erinnerung an die Kostbarkeit der Liebe? Dieser eine Tag im Jahr ermahnt uns auf freundliche Weise, mit offenen Augen dort hinzusehen, wo der Blick im Alltagstrott viel zu oft vorbeischweift. Endlich hat man mal einen Grund sich Zeit füreinander zu nehmen und den Partner, sowie das Leben mit ihm in all seinen Facetten zu genießen und zu schätzen. Wie immer sind es nämlich die kleinen Dinge des Lebens, in denen man wahre Zuneigung zeigen und erfahren kann. Und das geht auch ganz ohne Kitsch! So schnell wird aus einem eingeklammerten Liebesdilemma voller schlecht umgesetzter guter Gedanken eine einfache, frei stehende Erkenntnis: Wichtiger als die Pralinen von der Tanke, ist das Bewusstsein über sein Liebesglück.

Valentinstag

Nachdem wir schon so weit gekommen sind, müssen wir nur noch herausfinden, wo zwischen Coolness und Romantik der richtige Umgang mit dem Valentinstag einzuordnen ist.

Was ist zu viel, was ist zu wenig?

Grundsätzlich kann das jeder selbst entscheiden. Manche mögen’s eben kitschig und freuen sich über jede Kerze und jede Kette mit Gravur. Wichtig ist nur, dass man dem Partner eine Freude macht. Über verspätete „Schlechtes-Gewissen-Rosen“ vom Kiosk freut sich nämlich niemand. Wenn schon materiell, dann bitte mit Bedacht. Macht einfach einen auf Sherlock Holmes und findet raus, was sich der Partner wirklich wünscht! Vielleicht hat er oder sie ja sogar eine Merkliste auf frontlineshop.com, wo ihr mal luschern könnt … Es muss aber auch nicht immer die große Geste sein, denn ein Frühstück im Bett, ein Ausflug in die Kletterhalle oder ein Spaziergang im Wald ist manchmal eh viel schöner! Genauso einfach ist auch die Lösung unserer Formel. Aufgelöst nach X ergibt sie 2.

Valentinstag Illu Theresa Oster

Der Valentinstag ist nämlich nicht mehr und nicht weniger als ein Ehrentag für zwei Menschen, die sich lieben.

Damit wünschen wir euch einen rosigen Valentinstag

PS. an alle Singles unter euch: Der Valentinstag ist dieses Jahr an einem Sonntag. Trinkt also einfach ein, zwei Kurze mehr am Samstag, dann wollt ihr am nächsten Tag eh lieber alleine sein!


Geschrieben von Mara Keibel

Kategorien: Allgemein

Kommentare

Facebook Kommentar Klassischer Kommentar